30. März 2019

Medienmitteilung anlässlich der Delegiertenversammlung vom 30. März 2019

Gefragte Ernteversicherungen der Schweizer Hagel angesichts der zunehmenden Wetterextreme

  • Ernteversicherungen mit Frost- und Trockenheitsdeckung finden zunehmend Interesse
  • 2018 Prämienwachstum von 5% - Durchschnittliche Schadenbelastung
  • Versicherte in der Schweiz erhalten 2019 eine Prämienrückvergütung von CHF 5.0 Millionen
  • Geschäft in Frankreich wird ausgebaut
  • Klimabedingte Herausforderungen nehmen weiter zu: extreme Temperaturen, Frühlingsfröste, Dürre und Starkniederschläge
  • Eine staatliche Unterstützung von Ernteversicherungen wird im Rahmen der Agrarpolitik 2022 (AP22+) thematisiert – die Schweizer Hagel-Versicherung steht einer Öffentlich-Privaten Partnerschafts-Lösung positiv gegenüber

Die Schweizer Hagel-Versicherung blickt auf ein wettermässig anspruchsvolles Jahr 2018 zurück, das ihre Ausrichtung auf umfassende Ernteversicherungen im Rahmen zunehmender klimatischer Herausforderungen bestätigt. In der Schweiz nahm das Prämienvolumen gegenüber dem Vorjahr um 6% zu und erreichte CHF 49.2 Millionen; zum Wachstum trugen auch zusätzliche Frost- und Trockenheitsdeckungen bei. Hagel, Sturm und weiträumige Dürre vor allem bei Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Grasland führten zu einem durchschnittlichen Schadenjahr. Im Ausland – Frankreich und Italien – nahm das Prämienvolumen um 4% zu und erreichte CHF 56.1 Millionen; schadenseitig war das Jahr hauptsächlich von intensivem Hagel und von Dürre gekennzeichnet, die Schadenbelastung fiel demzufolge leicht überdurchschnittlich aus. 

Gesamthaft erreichte das Prämienvolumen CHF 105.3 Millionen. Der Schadensatz belief sich auf 68% und der Schaden-/Kostensatz auf 87%. Trotz schwierigem Anlageumfeld wurde ein positives Kapitalanlagenergebnis von CHF 5.2 Millionen erzielt, dank welchem ein Gewinn (vor Veränderung der Reserven) von CHF 3.4 Millionen resultierte. 2019 lässt die Schweizer Hagelversicherung die Mitglieder in der Schweiz am Erfolg von 2018 in Form einer Prämienrückvergütung von CHF 5.0 Millionen oder 10% der Prämieneinnahmen partizipieren.

In Frankreich konnte die Schweizer Hagel-Versicherung als erfolgreicher spezialisierter Agrarversicherer mit dem führenden Allbranchenversicherer AXA eine Partnerschaft für die Sparte Hagel- und Ernteversicherungen eingehen. Für die Schweizer Hagel-Versicherung bringt dies einen deutlichen Prämienzuwachs, eine Optimierung der Portfolio- und Kostenstruktur sowie eine klare Stärkung der Position im französischen Markt mit sich.

Die klimabedingten Herausforderungen wie extreme Temperaturen, Frühjahrsfröste, Dürre und Starkniederschläge nehmen weiter zu. Die Versicherbarkeit solcher Grossrisiken wird im Ausland häufig mit einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) zwischen öffentlicher Hand, Landwirtschaft und Versicherungswirtschaft gewährleistet. Auch in der Schweiz werden derzeit im Rahmen der Agrarpolitik 2022 (AP22+) Überlegungen zu einer möglichen Versicherungsunterstützung gemacht. 

Falls sich die öffentliche Hand für die Unterstützung von Agrar- bzw. Ernteausfallversicherungen entscheidet, müssten die Schweizer Gegebenheiten sowie die Erfahrungen mit Ernteversicherungen im In- und Ausland berücksichtigt werden. Ein Förderungssystem sollte administrativ schlank sein und sicherstellen, dass jeder Subventionsfranken den Versicherten zugute kommt. Wie im Ausland soll in erster Linie ein Förderrahmen für ein Ernteversicherungssystem definiert werden (u.a. die Auflistung der obligatorisch gedeckten Risiken oder die Höhe der Prämiensubventionierung). Die Umsetzung des Förderrahmens muss dann Sache der privaten Versicherungswirtschaft sein.

Als private, nicht gewinnorientierte und seit über einem Jahrhundert in der Landwirtschaft verankerte Versicherungsgenossenschaft steht die Schweizer Hagel-Versicherung einer ÖPP-Lösung für das Versichern landwirtschaftlicher Kulturen gegen Wetterextreme positiv gegenüber.

Ausblick: Die Schweizer Hagel-Versicherung ist ein erfolgreiches Beispiel für die Eigenverantwortung der Schweizer Landwirtschaftsbranche, welche seit 1880 ihre Hagel- und Elementarrisiken als Solidargemeinschaft absichert. Sie wird auch in Zukunft ihre Rolle als zuverlässige Partnerin der Landwirtschaft für die Wetterrisiko-Absicherung wahrnehmen, da sie ihre Innovationskraft stetig pflegt und beispielsweise in ihrem intern laufenden Projekt «Hagel 2020» Themen wie neue Risikodeckungen, Digitalisierung und Messmöglichkeiten über Satellit und Radar weiterentwickelt.

Eckdaten

Kontakt: Pascal Forrer, Direktor, und Emilia Baldi, Mediensprecherin, Tel. 044 257 22 11

Die Schweizerische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft, Genossenschaft, 1880 gegründet, versichert die landwirtschaftlichen Kulturen von rund 30‘000 schweizerischen Landwirtschaftsbetrieben mit einem Gegenwert von rund 2 Milliarden Franken. Sie bietet umfassende Ernteversicherungslösungen zum Schutz gegen Ertragsausfälle infolge von Hagel- und weiterer Elementarschäden. Als Genossenschaft, schüttet sie Überschüsse an ihre Mitglieder in Form von Prämienrückvergütungen aus. Sie ist ISO 9001:2015 zertifiziert.