14. März 2022

Jahresergebnis 2021

** Die Delegiertenversammlung findet am 30. April 2022 in Lausanne statt. **

Extreme Hagelschäden in der Schweiz führen zu einem Rekordschadenjahr

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  • Stabile Prämieneinnahmen trotz anspruchsvollen Rahmenbedingungen
  • Zunehmende Klimaerwärmung begleitet von Extremereignissen erhöht die Bedeutung von bezahlbaren Versicherungsdeckungen zu Absicherungszwecken
  • Das erfreuliche Kapitalanlagenergebnis und die gut ausgebaute Rückversicherungsdeckung leisten einen wichtigen Beitrag zur Abfederung des Extremschadenjahrs
  • Als Versicherungsgenossenschaft im Dienst der Landwirtschaft zahlt die Schweizer Hagel über 90% der eingenommenen Prämien über die Zeit in Form von Schadenzahlungen und Prämienrückvergütungen an die Mitglieder aus.

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2021 war für die Schweizer Hagel ein aussergewöhnliches Jahr. Covid-bedingt musste die Delegiertenver­sammlung erneut auf schriftlichem Weg durchgeführt werden. Wettermässig verzeichnete die Schweizer Hagel ein Rekordhageljahr in der Schweiz und ein extremes Frühlingsfrostjahr in Frankreich und Italien.

In der Schweiz weist die Schweizer Hagel ein Rekordschadenjahr mit 14'000 Schadenmeldungen und einer Schadensumme von CHF 115.6 Millionen aus, welches von Frost und vor allem Hagel sowie Nässe geprägt war. Über 85% der Gesamtschadenssumme sind dem extremen Hagel in den Monaten Juni und Juli zuzuordnen. Das Prämienvolumen mit CHF 48.8 Millionen und die Versicherungssumme von CHF 2.1 Milliarden blieben stabil. Erfreulicherweise konnten trotz Rekordanzahl alle Schäden bis Ende November 2021 abgewickelt und ausbezahlt werden. Dies kommt auch im Ergebnis 2021 der jährlich durchgeführten Online-Kundenbefragung zum Ausdruck. Die Mitglieder schätzen die Dienstleistungen der Schweizer Hagel und rund 90% können sie weiterempfehlen.

Im Ausland – Frankreich und Italien – nahmen die Versicherungssummen und die Bruttoprämien in Lokal­währung leicht zu. Sowohl Frankreich wie auch Italien waren von der Pandemie und deren Auswirkungen unverändert stark betroffen. Die geplanten Massnahmen bei Tarifierungen und Deckungen wie auch die Weiterbildung des Aussendienstes und der Schadenschätzer konnten jedoch termingerecht umgesetzt bzw. durchgeführt wer­den. Das Wetter war in beiden Ländern geprägt von extremen beinahe landesweiten Frühlingsfrösten im März und April. Dank einer umsichtigen Risikoverteilung lag die Schadenbelastung in beiden Ländern deutlich unter dem Gesamtmarkt. In Frankreich fiel sie durchschnittlich und in Italien unterdurchschnittlich aus.

Gesamthaft erreichte das Prämienvolumen CHF 130.2 Millionen. Die Schweizer Hagel versicherte im Jahr 2021 Landwirtschaftskulturen in der Höhe von CHF 3.9 Milliarden. Der Schadensatz belief sich auf 134.5% und der Schaden/Kostensatz auf 154.2%. Die Rückversicherung, ein zentrales Instrument des Unternehmensrisikomanagements, leistete im Berichtsjahr einen Nettobeitrag von CHF 42.1 Millionen an das Geschäftsergebnis. Dank freundlicher Aktienmärkte sowie realisierter Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen konnte ein äusserst positives Anlageergebnis von CHF 16.9 Millionen erzielt werden, was sich deutlich verlustmindernd auf das Jahresergebnis auswirkte. Der Verlust von CHF 13.1 Millionen wurde der Schwankungsreserve belastet. Die Schweizer Hagel bleibt auch nach dem Extremjahr sehr solide aufgestellt und ist für zukünftige Herausforderungen gut vorbereitet.

Als Genossenschaft ist die Schweizer Hagel nicht gewinnorientiert und zahlt keine Dividenden aus. Nach schadenarmen Jahren schüttet sie Überschüsse in Form von Prämienrückvergütungen an ihre Mitglieder aus. Im Jahr 2021 waren es CHF 10.5 Millionen. In der Schweiz werden über 90% der eingenommenen Prämien über die Zeit in Form von Prämienrückvergütungen und Schadenzahlungen an die Mitglieder ausbezahlt. Eine so hohe Auszahlungsquote ist in der Versicherungsbranche bei­nahe einmalig. Möglich macht dies die im Branchenvergleich ausgesprochen fokussierte Organisation der Schweizer Hagel, verbunden mit einer schlanken Kostenstruktur.

Ausblick: Risikoseitig stellt die messbare Klimaerwärmung eine grosse Herausforderung für die Landwirt­schaft dar. Die Bedeutung bezahlbarer Versicherungsdeckungen – ob mit oder ohne staatliche Förderung - wird zunehmen. Unter Berücksichtigung weiterer technologischer Möglichkeiten arbeitet die Schweizer Hagel intensiv an optimierten schadenbasierten wie auch an neuen parametrischen Versicherungsprodukten.

Eckdaten:

Kontakt: Pascal Forrer, Direktor, und Esther Böhler, Mediensprecherin, Tel. 044 257 22 11

Die Schweizerische Hagel-Versicherungs-Gesellschaft, Genossenschaft, 1880 gegründet, versichert die landwirtschaftlichen Kulturen von rund 30‘000 schweizerischen Landwirtschaftsbetrieben mit einem Gegenwert von rund 2 Milliarden Franken. Mittels Niederlassungen versichert sie zudem weitere rund 20'000 Landwirtschaftsbetriebe in Frankreich und Italien. Sie bietet umfassende Ernteversicherungslösungen zum Schutz gegen Ertragsausfälle infolge von Hagel- und weiterer Elementarschäden. Als Genossenschaft, schüttet sie Überschüsse an ihre Mitglieder in Form von Prämienrückvergütungen aus.